Umgang mit eigenen Erfolgen und Misserfolgen

Gepostet am Jul 3, 2016 in Grundlagen, Psychologie

Umgang mit eigenen Erfolgen und Misserfolgen

Selten klappen Dinge die man neu ausprobiert, beim aller ersten Mal. Deswegen ist es wichtig, immer am Ball zu bleiben und es wieder und wieder zu versuchen, bis sich der gewünschte Erfolg einstellt. Und wenn der Erfolg erst mal da ist, darf man diesen auch genießen. Viele Menschen haben sehr früh einen der Sätze verinnerlicht: „Eigenlob stinkt“ oder „lobe dein Kind nicht, sonst wird es eingebildet“ oder „Eigenlob stinkt, Freundeslob hinkt, Fremdenlob klingt“. So haben wir früh gelernt uns selbst abzuwerten, uns klein zu machen bis hin uns selbst abzulehnen.

Dabei wird leider auch unser Selbstwertgefühl immer kleiner und wir wissen nicht so recht wofür wir stehen sollen bzw. dürfen.

Eigenlob ohne Egoismus, Arroganz oder Narzissmus ist möglich und erstrebenswert

Die Hirnforschung kann schon lange belegen, dass das was wir über uns selbst denken auch in Erfüllung geht (u.a. die Sich-Selbsterfüllende-Prophezeiung), deshalb ist es längst an der Zeit dies für uns zu nutzen und nicht gegen uns.

Lerne Deine Erfolge zu genießen, führe Dir diese immer wieder vor Augen. Tauche in Deine Vergangenheit ab und suche nach Erfolgserlebnissen. Was ist Dir alles schon gut gelungen?

(Zur Unterstützung kannst Du auch die 3. Vorübung zur Zielfindung dazu durchführen.)

Ist Dir etwas Misslungen?

Kannst Du Dir selbst verzeihen ohne Abwertung?

Vor kurzem wollte mein Mann beruflich nach London fliegen. Am Bahnhof brachte er seinen Koffer in das Schließfach, begab sich noch einmal kurz ins Büro, um dann wiederrum vom Bahnhof aus zum Flughafen zu fahren. Auf dem Weg aus dem Büro erhielt er einen wichtigen Anruf und bis er im Zug saß wurden dringende Themen entschieden. Kaum fuhr der Zug los, fiel meinem Mann ein, dass sein Koffer für die gesamte Woche noch im Schließfach stand.  Ihm war klar, dass der Zug erst am Flughafen hält und der Flieger lange weg ist, bis er erneut zurück gefahren ist um seinen Koffer zu holen. Eine echte Herausforderung nun freundlich zu sich selbst zu bleiben und sich nicht selbst nieder zu machen.

Werte Du Dich auch verbal nie wieder ab. Hierzu gehören auch Aussagen wie:

  • „da habe ich mal wieder nicht nachgedacht“ oder
  • „was habe ich da wieder für ein Mist gebaut“ oder
  • „was bin ich doch für ein Dummkopf“ oder
  • „ich kann das einfach nicht“ oder
  • „dafür bin ich scheinbar zu doof“
  • „wie konnte ich das nur vergessen“ …

Wir wissen, dass dies keine leichte Aufgabe ist und anfangs selten gelingt. Werde achtsam dafür. Habe im Bewusstsein, dass keine „misslungene“ Situation besser wird, wenn Du Dich selbst oder Deinen Partner beschimpfst.

Alle Menschen die etwas Neues ausprobieren sind am experimentieren. Experimente gelingen nicht immer, das sind wichtige Lernergebnisse, um Erfahrung zu vertiefen. Genieße, dass Du viele Gelegenheiten im Alltag hast zu lernen.

Beispiel vom Lernen lernen

Erinnerst Du Dich ans Laufen lernen oder an das Deiner Kinder?

Hast Du Kinder oder hast Du schon einmal beobachtet wie ein ca. einjähriges Kind laufen lernt? Es krabbelt zuvor, stärkt seine Muskeln und dann beginnt es mit Gleichgewichtsübungen indem es sich immer wieder an Stühlen, Tischen, Vorhängen hoch zieht. Jedes Kind fällt immer wieder hin und steht immer wieder auf, ganz unabhängig von seiner Begabung.

Und das Wichtigste dabei ist, ich habe noch nie Eltern erlebt die sagten: „Mein liebes Kind, nun bist du 80 Mal hingefallen, du bist für das Laufen einfach nicht gemacht, das lass mal lieber sein, du kommst auch anders durch die Welt.”

Alles was Du Dir neu aneignen willst, braucht Übung und Erlebnisse und dabei ist es ganz selbstverständlich auch immer wieder zu scheitern, sich neu auszurichten und dieses Scheitern ist ein Teil vom Lernen. Du stoppst Dein Lernen wenn Du Dich selbst immer wieder „nieder“ machst, weil Dir ein Fehler unterlaufen ist.

Thomas Alva Edison sagte:

„Freuen Sie sich über jeden Fehler, weil Sie einen weiteren Weg gefunden haben wie es Ihnen nicht gelingt, das wird Sie ihrem Ziel immer näher bringen.“

Tapse nicht in die Falle Deine Erfolge abzuwerten.

Umgang mit Lob und Anerkennung durch andere

Im Lob abwerten sind wir oft Meister. Bedanke Dich doch einfach mal nur dafür.

„Ach, das war doch nichts Besonderes.“

Nicht nur, das sich viel Menschen selbst abwerten, wenn mal etwas „schief gegangen“ ist. Wir werten auch Lob von anderen ab, die uns wohlgesonnen sind.

Das hört sich dann eventuell so an: „das ist doch nicht der Rede wert“ oder „das kann doch jeder“ …

Manchmal freust Du Dich zumindest heimlich, also innerlich über eine positive Rückmeldung, doch Du solltest es Dir zur Aufgabe machen, zu lernen Lob anzunehmen, es ernst zu nehmen, es Dir zu zurechnen, an Dich zu glauben.

Sage Dir beim nächsten Kompliment oder Lob welches Du erhältst, einfach „Dankeschön.“ Verkneife Dir alles, was an Abwertung in Dir hochsteigt.

Das was Du bei Dir selbst oder bei anderen abwertest, ist das was Dein Inneres, oft ganz im Verborgenen dringend braucht und wünscht. Deshalb lade ich Dich ein, wenn Du einem Menschen begegnest, den Du nicht leiden kannst, zu überlegen warum Du ihn nicht magst. Durch welche Handlungen, Sichtweisen, Aussagen vermittelt er Dir die Antipathie? Wenn Du das herausgefunden hast, dann hast Du Dich selbst besser kennen gelernt und weißt, was es bei Dir zu integrieren gilt.

Alles was wir bei anderen kritisieren, ist das was wir bei uns selbst integrieren sollten, deshalb sprechen wir so sehr darauf an. Vielleicht wirst Du jetzt sagen, wie soll ich denn gut finden, dass jemand unpünktlich ist. Dann überlege, was die Vorteile sind von Unpünktlichkeit. Mir fällt da ein: Flexibilität, Spielraum haben, …  Erlaube Dir die positive Seite dieser Eigenschaft zu Dir zu nehmen und treffe Vereinbarungen mit pünktlichen Menschen die euch beide nicht stressen.