Radikale Vergebung als Fundament geglückter Beziehungen

Gepostet am Sep 8, 2016 in Entwicklung, Tipping Methode

Radikale Vergebung als Fundament geglückter Beziehungen

Bereits in meiner frühesten Jugend begann ich, mich mit dem Thema „Mann-Frau-Beziehungen“ auseinander zu setzen und machte mich auf, dieses Thema praktisch und theoretisch zu erforschen. Mir erschienen monogame Beziehungen immer unnatürlich und so habe ich mit verschiedenen Formen von Beziehungen experimentiert.

Diese Erfahrung hat mein Leben geprägt und ich machte mich auf die Suche. Ich begegnete Osho, lebte in verschiedenen Gemeinschaften und probierte sowohl auf der menschlichen, wie auch auf der spirituellen Ebene vieles aus. Dass ich diese Erfahrungen in so jungen Jahren machen durfte, erfüllt mich noch immer mit tiefer Dankbarkeit. Und bei all den inneren Kämpfen, die ich in meinem Leben ausgefochten habe, hat mich das Urvertrauen in das Leben nie ganz verlassen. Auch in den dunkelsten Nächten konnte ich zumindest eine kleine Flamme in mir spüren.

Heute weiß ich, dass die meisten meiner Probleme „hausgemacht“ waren und ich mir oft selbst das Leben so schwer machte. Damals dachte ich, meine Mutter sei Schuld, später habe ich meine Unzufriedenheit auf meinen Mann projiziert oder auf wen auch immer. Und auch heute ertappe ich mich manchmal noch dabei, dass ich andere für mein „Unglück“ verantwortlich machen möchte. Doch zum Glück habe ich heute die Möglichkeit, anders damit umzugehen und mein Energiesystem wieder zu klären.

Vor vielen Jahren sagte mein – manchmal sehr weiser – Mann: „Du musst aufhören mich als Deinen Widersacher zu sehen!“ Da wurde mir bewusst, dass ich in ihn alles hineinprojiziert habe, was ich bisher mit Männern erlebt habe. Ich sah in ihm all die – negativen – Eigenschaften von „den Männern“ und konnte damals seine innere und äußere Schönheit nur selten wahrnehmen.

Also begann ich mich intensiver mit meinen Projektionen auseinanderzusetzen. Je mehr ich das tat, um so mehr wurde mir bewusst, dass fast alle Beziehungen auf Projektionen und Gegenprojektionen beruhen und dass darin die Wurzel so vieler Probleme liegt: Wenn ich eine Eigenschaft oder Angewohnheit von mir nicht akzeptiere, kann ich sicher sein, dass über kurz oder lang jemand in meinem Leben auftaucht, der mir genau diese von mir abgelehnten Anteile spiegelt.

In dem Maße, wie ich mir erlaubte, all das, was mich an meinem Mann nervt, in mir zu fühlen und in Liebe anzunehmen, in dem Maße entdeckte ich, welch wundervollen Partner ich an meiner Seite habe!

Hier wirklich aufmerksam zu sein und immer wieder ehrlich hinzuschauen ist für mich eine große Chance. Auf mich zurückgeworfen komme ich immer mehr bei mir an, bei meiner Selbstliebe. Diese ist für mich die unverbrüchliche Basis für eine geglückte Beziehung.

Das Zurücknehmen der Projektionen lohnt sich also – es ist der effektivste Weg zu harmonischen und friedvollen Beziehungen. Dies gilt natürlich nicht nur für Paar-Beziehungen, sondern auch für unsere Beziehung zu Freunden, Kollegen, Vorgesetzten.

Colin Tippings „Radikale Vergebung“ führt uns noch einen wichtigen Schritt weiter:
Sie basiert auf der Annahme, dass alles, was in unserem Leben geschieht, einen tieferen Sinn hat und dem Wachstum unserer Seele dient. Die Menschen in unserem Leben sind also als „Engel der Heilung“ in unser Leben gekommen – auch wenn wir das nicht immer sehen oder verstehen können. Glücklichweise funktioniert die  Radikale Vergebung auch ohne rationales Verstehen: unsere spirituelle Intelligenz hilft uns dabei, die Bereitschaft zu entwickeln davon auszugehen, dass die Dinge nicht gegen, sondern vielmehr für uns geschehen – selbst wenn sie unangenehm oder schmerzhaft sein sollten.

Um diese veränderte Sichtweise unseres Lebens zu ermöglichen, hat Colin Tipping eine einfache und sehr wirksame Methode entwickelt. In wenigen, klaren Schritten kann jeder diesen Prozess durchlaufen.

Wenn wir das Spiel von Richtig oder Falsch nicht mehr spielen müssen, dann brauchen wir auch unseren Widerstand gegen so  genannte „schlechte“ Gefühle nicht mehr aufrecht zu halten. Wir können uns erlauben alles zu fühlen – denn dazu sind wir schließlich auf diese Erde und in diesen Körper gekommen.

Dadurch entsteht eine ganz neue Freiheit: Ich erlaube mir und meinem Gegenüber mit allen Aspekten des Menschseins zu sein und bin in Verbindung mit dem Göttlichen in mir, in jedem und allem.

Welch ein Geschenk!

Autor: Hina Fruh