Liebesbeziehung – Der Wunsch nach Beständigkeit und Intensität

Gepostet am Feb 21, 2016 in Slider, Alltag, Familie

Liebesbeziehung – Der Wunsch nach Beständigkeit und Intensität

Der Wunsch nach einer dauerhaften, lebenslangen Beziehung ist weiterhin sehr stark in unserer Gesellschaft verankert. Ein aktuelles Forschungsergebnis belegt erneut, dass sich 83% der Deutschen wünschen, ein Leben lang zusammen zu bleiben. Es geht jedoch nicht nur um die Dauer der Beziehung selbst, sondern auch um die Dauer bei gleichbleibender emotionaler und sexueller Intensität.

Umgang mit dem gesellschaftlichen Wandel in einer Paarbeziehung

Wir messen heute der Qualität und Intensität von Liebesbeziehungen einen sehr hohen Stellenwert bei. Viel höher als das früher war, weil das Bindeglied „wirtschaftliche Abhängigkeit“ der Vergangenheit angehört. Beide Partner wollen sich zufrieden fühlen. Das ist subjektiv, aber der Dreh- und Angelpunkt guter und stabiler Beziehungen.
Wir durchlaufen in unserem Leben sehr viele Ausbildungen und Lernprozesse, doch für die dauerhafte Liebesbeziehung greifen wir häufig auf unsere eigenen Vorbilder zurück oder auf eigene Erfahrungen, die manchmal schmerzvoll waren.

Historie, Vorbilder und Rollen

Gute Vorbilder für erfüllte und beständige Beziehungen sind rar. Aus der Historie ist es allerdings nicht so, dass wir auf viele Vorbilder zurückgreifen können, denn Liebe war bisher in den seltensten Fällen das Motiv der Ehe. Es ging darum den Stand zu sichern, eine gute Partie zu machen, eine entsprechende Mitgift zu erhalten, die Frauen die bei den Geburten starben zu ersetzen oder die wirtschaftliche Versorgung der Frau und Kinder sicherzustellen, wenn der Ernährer verstorben ist.
Durch die Rollentrennung war es die Frau, die für das Wohl des Mannes verantwortlich war. Sie sorgte für das Essen, die Kleidung, trug die Verantwortung für die emotionale und sexuelle Ausgewogenheit des Mannes. Deshalb fühlen sich auch heute viele (emanzipierte) Frauen noch alleine dafür verantwortlich, wenn die Beziehung kriselt. Dabei tragen immer beide dazu bei.
Nun ändert sich allerdings gerade auch die „Männerrolle“. Früher war er Ernährer, Vollzeit berufstätig, hatte lange Arbeitszeiten, Wochenendarbeit, körperlich harte Arbeit, Reisetätigkeit, und die Frau war, durch wirtschaftliche Abhängigkeit an ihn gebunden.

Heute muss Mann sich mehr einfallen lassen, um die Anerkennung seiner Frau und Kinder zu erhalten. Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau wird gefordert, die er auch oftmals gerne erfüllen und leben möchte, für die er allerdings schlechte Vorbilder hatte.

Was hilft in dieser Phase des gesellschaftlichen Wandels?

  • Die Idealvorstellungen beider Partner von „Partnerschaft“ prüfen und der Machbarkeit unterziehen
  • Klare Ziele vereinbaren, die für beide Partner überprüfbar sind
  • Die eigenen Wertvorstellungen definieren
  • Kriterien festlegen, woran jeder diese Werte erkennen und aufnehmen kann
  • Etabliere stabilisierende Rituale
  • Pflege eine gute Kommunikation und reflektiere eure getroffenen Vereinbarungen regelmäßig, lerne und korrigiere
  • Sei ein gutes Vorbild und suche Dir gute Vorbilder
  • Delegiere ungeliebte Arbeiten
  • Engagiere Fachpersonen für Tätigkeiten die ihr beide nicht mögt. In jedem Unternehmen werden Spezialisten gebraucht
  • Betrachtet Stolpersteine und Herausforderung gemeinsam und entwickelt Lösungen

Dadurch kann gegenseitiger Respekt und Wertschätzung entstehen. Vertrauen kann intensiviert werden, Freiraum für Paarbeziehung entsteht und das gute, gemeinsame Gefühl der Verbundenheit gibt Kraft und Stabilität.