Lernen lernen – inkl. Podcast

Gepostet am Sep 8, 2016 in Grundlagen, Psychologie

Lernen lernen – inkl. Podcast

Erinnerst Du Dich ans Laufen lernen oder an das Deiner Kinder? Hast Du ein etwa einjähriges Kind schon einmal beobachtet, wie es laufen lernt? Es krabbelt zuvor, stärkt seine Muskeln und dann beginnt es mit Gleichgewichtsübungen, indem es sich immer wieder an Stühlen, Tischen, Vorhängen hoch zieht. Jedes Kind fällt immer wieder hin und steht immer wieder auf, ganz unabhängig von seiner Begabung.

Ich habe noch nie Eltern erlebt die sagten:
„Mein liebes Kind, nun bist du 80 Mal hingefallen, du bist für das Laufen einfach nicht gemacht, das lass mal lieber sein, du kommst auch anders durch die Welt.“

Oder hast Du nach 10 Fehlversuchen zu Deinem eigenen Kind gesagt: „So, jetzt reicht’s aber! Jetzt bist du 10x hingefallen, das lernst du sowieso nicht. Du wirst jetzt einfach krabbelnd durchs Leben ziehen.“?

Wenn ich mich so umschaue, erweckt es den Anschein, dass auch Du unabhängig von Deiner Begabung, das Laufen gelernt hast.
Auch nach Unfällen wollen Menschen wieder mobil werden und lernen Laufen oder sich anderweitig Fortzubewegen. Als Kind lernen wir Laufen, in dem wir es immer wieder ausprobieren.
Alles was Du Dir neu aneignen willst, braucht Übung und Erlebnisse. Dabei ist es ganz selbstverständlich, auch immer wieder zu scheitern, Dich neu auszurichten und dieses Scheitern ist ein Teil vom Lernen. Du stoppst Dein Lernen wenn Du Dich selbst immer wieder „nieder“ machst, weil Dir ein Fehler unterlaufen ist.

Fahrradfahren

Du warst schon etwas größer. Vielleicht erinnerst Du Dich daran besser, als an Laufen lernen.
Hat man Dir, wie heute in vielen Seminaren üblich, einen Kurzvortrag via Powerpoint gehalten, über den Aufbau eines Fahrrades, Aerodynamik, Gleichgewicht, Fahrverhalten und zur Motivation noch einige berühmte Radfahrer präsentiert?
Bist Du dann anschließend aufs Fahrrad gestiegen und losgefahren?
Nein, wahrscheinlich musstest Du es aktiv üben – eventuell hattest Du sogar eine Unterstützung. Einen Vater als Coach?

Schwimmen lernen

Noch ein Beispiel um dein Lernverhalten zu überdenken: Hat man Dir eventuell ein gutes Buch über verschiedene Schwimmstile gegeben, welches Du aufmerksam gelesen hast, wichtige Stellen markiert und verinnerlicht hast? Bist Du dann anschließend ins Schwimmbad gegangen, ins Wasser eingetaucht und geschwommen?

Alles was Dir wirklich wichtig war, hast Du über Aktivität gelernt.
Durch üben, eventuell über Hilfestellung von außen, aber auch durch Durchhaltevermögen, weil die Motivation groß genug war, es Können zu wollen.

Deshalb möchte ich Dich einladen, alles auszuprobieren was es hier auf der Seite gibt.
Sei aktiv, nutze Deinen Lieblingslernkanal, egal ob Dich durch Videos, Audiodateien, Artikel, Selbstlern-Übungen oder Lernprogramme abholen lässt.

Von unbewusster Inkompetenz bis zur bewussten Kompetenz

Lernen gelingt auch nicht an einem Tag, lernen braucht Zeit. Zu Beginn weißt Du nicht, dass Du etwas nicht kannst, wie das Baby nicht weiß, dass es nicht Laufen kann. Das nennt man unbewusste Inkompetenz.

Sobald du weißt, dass Du Fahrradfahren lernen willst, aber es noch nicht ausprobiert hast, befindest Du Dich im Stadium der bewussten Inkompetenz.

Beginnst du nun, Dich damit auseinander zu setzen, übst aktiv, -wie wenn Du beim Schwimmenlernen ins Wasser springst und anfangs immer wieder Wasser schluckst-, machst Du bewusst Deine ersten Schwimmzüge. Dann befindest Du Dich bereits im dritten Stadium, welches sich bewusste Kompetenznennt.

Thomas Alva Edison sagte dazu:

„Freue dich über jeden Fehler, weil du einen weiteren Weg gefunden hast wie es dir nicht gelingt, das wird dich deinem Ziel immer näher bringen.“

Deine Motivation war hoch genug um durchzuhalten, inzwischen läufst Du, schwimmst ganz automatisch und fährst Fahrrad. Vielleicht erklimmst Du inzwischen sogar hohe Berge. Der Weg war zwar steil, doch das Gefühl am Gipfel angelangt zu sein und das Panorama zu genießen kann Dir keiner nehmen.

Hier der Podcast zu dem Artikel: