Der erotische Film und die sexuelle Erregung bei Frauen

Gepostet am Dez 17, 2016 in Erotik, Nähe & Intimität

Der erotische Film und die sexuelle Erregung bei Frauen

Die Untersuchungen von Ellen Laan (einer niederländischen Wissenschaftlerin, die die Sexualität von Frauen erforschte) sind schon einige Jahre alt, doch sie sind einzigartig, weil seither wenig in dieser Richtung geforscht wurde. So sind auch heute noch die Ergebnisse interessant. Sie hat untersucht, wie Frauen auf Sexfilme, Pornofilme, erotische Filme, Bilder und Geräuschaufnahmen reagieren.

Aus ihrer eigenen Einleitung:
Was meinen Frauen, wenn sie sagen, sexuell erregt zu sein? Sagt es etwas über ihre Stimmung oder deutet es darauf, dass sie Sex haben wollen? Geben sie an, dass sie die Situation, in der sie sich befinden, mögen oder beschreiben sie, was mit ihrem Körper passiert? In einer Reihe psychophysiologischer Experimente wurde gezeigt, dass die stärkere Durchblutung der Scheidenwand nur in geringem Maße mit Gefühlen der sexuellen Erregung zu tun hat. Frauen nutzen vor allem die situationellen oder Stimulusinformationen bei der Einschätzung ihrer subjektiven sexuellen Erregung. Außerdem scheint die genitale Erregung teilweise eine unwillkürliche Reaktion zu sein, die nicht als Zeichen der tatsächlichen sexuellen Erregung aufgefasst werden darf.”

In einer Vielzahl von Sitzungen wurden mehrere Aspekte erforscht. Jedoch kontinuierlich wurde sowohl die physische Erregung in Form der Durchblutung der Scheidenwand gemessen als auch die subjektive Erfahrung von Erregung der Frauen mittels Fragebögen erfragt.

Überraschendes Ergebnis ihrer Forschung war, dass die physische Erregung (das feucht werden der Scheide) kein ausschlaggebender Indikator für die tatsächliche sexuelle Erregung war.

Nur die subjektive Empfindung der Frau, die also selbst angibt, sexuell erregt zu sein, war ausschlaggebend. Für diese Experimente wurden den Probandinnen Filmfragmente, Aufnahmen von vorgelesenen Geschichten und erotische Abbildungen gezeigt oder die Frauen konnten selber fantasieren.

Erstaunlich war, dass Filmszenen aus Pornofilmen oder erotischen Filmen die stärksten Reaktionen von sexueller Erregung hervorriefen, viel mehr als Abbildungen, vorgelesene Geschichten oder eigene Fantasien.

Interessant ist außerdem, dass sie auch die unterschiedlichen Reaktionen auf Männer-Pornofilme und Frauen-Pornofilme untersucht hat. Das Ergebnis wird oft einseitig kommuniziert, denn bei beiden Filmen wird die Scheide der Frau feucht, doch wirklich stimuliert fühlten sich die Probandinnen nur bei Frauen-Pornofilmen.

Was macht den Unterschied?

Das Gefühl der Erregung bei Frauen ist entscheidend

Meist ergreift die weibliche Schauspielerin die sexuelle Initiative und ihr Genuss steht im Mittelpunkt, außerdem gibt es eine nachvollziehbare Handlung und gerne auch noch etwas Romantik. Dabei kann bei Frauen leicht Lust entstehen.

Die Frauen gaben an, dass sie bei Männer-Pornofilmen oft das Gefühl haben unbeholfen zu sein, es löst auch Unwohlsein aus und viele geben an, sich beschämt zu fühlen. Auch wenn die Scheide feucht wurde, so wurden doch negative Emotionen hervorgerufen.

 

Eine Studie von Ellen Laan (1992-1995)

Ellen Laan hat mehrere Beiträge über ihre Forschung in der niederländischen Zeitschrift ‘Tijdschrift voor seksuologie’ veröffentlicht. (in niederländischer Sprache)
http://www.tijdschriftvoorseksuologie.nl/archief/tvs1995-01a.htm#e
Weiter Quellen zur Forschung von Ellen Laan: (in niederländischer Sprache)
Expliciete erotische prikkels: het lijf reageert maar het gevoel zegt nee (= Ausdrückliche erotische Stimuli: der Körper reagiert, aber das Gefühl sagt ‘nein’)
Je hebt zin in seks doordat je seks hebt (= Man hat Lust auf Sex, weil man Sex hat)
Seksuele opwinding bij vrouwen (= Sexuelle Erregung bei Frauen)
http://www.zeit.de/zeit-wissen/2005/05/Orgasmus.xml