Bezugsrahmen – Meine Sicht auf die Welt inkl. Podcast

Gepostet am Mrz 7, 2016 in Allgemein, Grundlagen, Psychologie

Bezugsrahmen – Meine Sicht auf die Welt inkl. Podcast

Dein Partner will Dich einfach nicht verstehen obwohl Du ihm ausführlich erklärst was Sache ist? Dann liegt das meist daran, dass wir uns unsere Wirklichkeit selbst organisieren, durch unseren eigenen Filter vor der Realität (unsere eigenen Scheinwerfer oder unsere eigenen Rahmen). Unser Partner macht dies ebenso und nun redet ihr über die gleiche Sache und doch versteht ihr euch nicht.

 

Hier der Podcast zu diesem Artikel:

Wie es dazu kommt möchte ich euch hier kurz erklären:

Jeder von euch lebt mit seiner Sicht auf die Welt. In dem Bereich, in dem sich eure Scheinwerfer überdecken, versteht ihr euch blind. Ihr habt das Gefühl ihr seid euch so ähnlich. Wen ihr in diesem gemeinsamen Scheinwerferlicht steht, ist eure Beziehung hervorragend. Ihr befindet euch im Wohlfühlbereich, alles gelingt leicht. Nur leider gibt es kaum Menschen die genau deckungsgleiche Scheinwerfer haben. In den Bereichen in denen keine Überdeckung stattfindet, spürt ihr beide eure Unterschiede. Hier kommt es leicht zum Streit.

Passt sich nun ein Partner extrem an den Scheinwerfer des anderen an, dann stellt sich häufig das Gefühl ein „nicht mehr ich selbst zu sein in der Beziehung“ oder „sich zu verbiegen” oder die Beziehung wird als Belastung oder anstrengend empfunden.
Gründe hierfür sind: Harmoniebedürftigkeit, des lieben Frieden willens, weil der andere krank ist und man die eigene Sichtweise ihm nicht zumuten möchte, oder auch weil man dem anderen unbedingt gefallen will. Die Lösung ist also keine reine Anpassung an den anderen, sondern den eigenen Scheinwerfer zu erweitern. Das ist leichter gesagt, als getan. Zuerst braucht es das Bewusstsein dafür, dass sich beide Partner außerhalb des eigenen Scheinwerfers befinden. Dann kann man zurück treten und reflektieren, dass beide Sichtweisen in Ordnung sind, jeder von seinem Standpunkt. Keiner hat Recht oder Unrecht. Es gibt kein besser und kein schlechter. Dann könnt ihr beide durch offene Fragen euren Scheinwerferkegel erweitern.

Hier ein Beispiel: Sie möchte gerne mehr verführt und gestreichelt werden vorm Sex und er möchte gerne schnell zur Sache kommen. Beide Vorlieben sind in Ordnung, keine ist besser als die andere, doch jeder hat andere Bedürfnisse. Nun wären offene Fragen sinnvoll wie:

 

Wer von uns mag was?

Sie: Ich sehne mich danach von dir begehrt zu werden

Er: Ich begehre dich, deshalb möchte ich gerne mit dir auf den Punkt kommen

 

Was macht denn genau den Unterschied für jeden?

Sie: Schön, dass du mich begehrst. Mir ist es wichtig dies zu spüren, umarme mich, küsse mich, flüstere mir etwas zart ins Ohr, öffne langsam mein Kleid

Er: Ich verstehe, das kann ich tun. Ich fühle mich als echter Mann, wenn ich mit der Tür ins Haus falle und dich einfach nehmen darf.

Sie: Das kann ich genießen, wenn es dazwischen auch meine Art von Begehren gibt.

 

Weitere Fragen können sein:

  • Wann wäre es jedem besonders wichtig es nach seiner Art zu leben?
  • oder wann wäre jeder bereit dem anderen das zu geben was ihm wichtig ist?
  • Weshalb fällt es jeden von uns so schwer?
  • Wo kommt der Wunsch her?
  • Womit hängt es zusammen?

Vermeidet die Frage WARUM? Sie veranlasst euch nur in die Rechtfertigung zu gehen. Bestimmt erinnert ihr euch daran, dass eure Eltern, wenn ihr als Kind etwas angestellt habt, euch immer mit der Frage “warum?” begegnet sind. Ihr wolltet dieser anschuldigenden Situation schnell entgehen und eine Rechtfertigung war das Ergebnis. Diese alten Muster wirken noch heute unbewusst in euch.
„Warum“ trägt nicht dazu bei, gute Lösungen zu finden. Ihr erweitert euren Scheinwerfer Kegel, wenn ihr neutral, d.h. ohne Bewertung auf die Unterschiede schaut und durch offene Fragen die Sichtweise des anderen verstehen lernt und dadurch öffnet sich der Geist für gemeinsame, neue Lösungen und manchmal auch für gute Kompromisse.