Alte und neue Rollen in der Beziehung und der Familie

Gepostet am Sep 8, 2016 in Alltag, Familie

Alte und neue Rollen in der Beziehung und der Familie

Vor der Geburt des ersten Kindes gab es häufig eine gemeinsame Idealvorstellung, wie das Leben als Familie abläuft. Mit der Geburt des Kindes fallen viele Paare oftmals in alte Rollenmuster zurück. Die Frauen tragen die Hauptlast, sind oft überlastet und übermüdet, weil sie beiden Anforderungen, die aus dem alten (nicht berufstätig, perfekter Haushalt und „ordentliche Kinder“) und der neuen Mütterrolle (beruflich engagiert, Karriere, perfekten Haushalt, wohlerzogene Kinder) entsprechen möchten.

Beim traditionellen Rollenbild darf man nicht vergessen, dass sich damals mehrere Generationen die Kindererziehung geteilt haben. Frauen haben sich mit Frauen ausgetauscht und Männer mit Männern, zudem haben Geschwister aufeinander aufgepasst, die Großeltern waren präsent. Neu ist, dass Mann und Frau inzwischen nicht nur Ehepartner, sondern auch beste Freunde und Erziehungspartner geworden sind.  Erst in der aktuellen Generation sind die Familien isoliert und auch hinsichtlich Erziehung und Haushalt gleichberechtigt.

Durch die hohe Scheidungsrate, werden Familien zur Minifamilie reduziert, die Anforderungen und Aufgaben bleiben jedoch gleich, verteilen sich aber nicht mehr auf mehrere Schultern.

Großeltern wohnen häufig weit weg oder stehen selbst noch fest im Berufsleben. Die öffentlichen Einrichtungen sind viel zu wenig, die Betreuung nicht immer ideal und die Öffnungszeiten noch lange nicht so, dass Beruf und Familie gut zu kombinieren wären.

 

Was hindert uns in die neuen Rollen zu schlüpfen?

Noch gibt es kaum Väter die sich tatsächlich, ähnlich wie eine Mutter, um ihre Kinder kümmern. Es gibt auch noch wenige Ideen wie dies gut gelingen kann, weil uns die guten Vorbilder fehlen und uns immer noch Angst gemacht wird, dass unsere Kinder schreckliche Monster werden, wenn wir diese zu früh in Fremdbetreuung geben.

Außerdem gibt es viele „alte Glaubenssätze“ die wir unreflektiert übernommen haben und die uns für eine gute Balance im Wege stehen.

Neue Herausforderungen in der Erziehung unserer Kinder:

1940 gehörten Kaugummi kauen und herumrennen auf den Fluren zu den größten Disziplinverstößen an Schulen. Heute gehören Schwangerschaften, Alkoholmissbrauch, Drogen, körperlicher Gewalt zu den Herausforderungen.

Kinder verbringen heute täglich durchschnittlich 7 Stunden vor dem Fernseher, allerdings nur 5 Min. mit ihren Vätern.

Auswirkungen auf den Beruf

Viele Eltern fühlen sich erschöpft. Ihnen fehlt die Energie, sich aufeinander und die Kinder einzulassen, dadurch leidet die Beziehung und gleichzeitig auch der Job, denn beide werden unproduktiv und demotiviert.

Der Wunsch eine starke Familie zu schaffen, genügt längst nicht mehr. Was wir brauchen, sind neue Denkmuster, Fähigkeiten und Verhaltensweisen. Die Herausforderungen haben einen Quantensprung gemacht. Also müssen wir das auch tun.